Deutscher Experimentalflug Freiburg/Br. e.V. [zur Startseite]
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2002 waren wir wieder auf mehreren Flugplatzfesten






Wie schon in den letzten Jahren war dabei vor allem Tannheim ein voller Erfolg!
Zum Beispiel 2001:
Mit Flugzeugen aus mehreren Jahrzehnten, Zelten und Schlafsäcken, machten sich Crews unseres Vereins und befreundeter Vereine auf den Weg zum Fliegertreffen in Tannheim.
Mit dabei waren: Mani und seine Frau mit ihrer Piper 28, Hubertus mit seiner Maule, Jürgen mit der offenen Klemm 35 (Original von 1940!), Reinhard und Joe auf der "EMMA" (Cessna) und ich mit meiner Frau auf der Vereinsmaschine Morane D-EBWJ.
Ja - dann fehlte da noch einer: Uli wollte mit seiner Kunstflug-Yak auch noch kommen, aber da war erst noch was an dem Flieger zu schrauben, und da weiß man nie ...
So war der Stand am Freitag abend, als alle im Vereinsheim den kommenden Ausflug begossen und wie gewohnt präzise absprachen: "ja, so ungefähr um Mittag fliegen wir dann los .."
Also, auf deutsch heißt das: jeder fliegt los wie es ihm in den Kram paßt, nach dem Ausschlafen (so abendliche Vorbesprechungen im Vereinsheim sind halt schon anstrengend und langwierig ...), dem Frühstück um 11:30 und so.
Tatsächlich begab es sich dann aber doch, daß wir, just nachdem wir unsere Startabsicht an den Freiburger Tower gefunkt hatten, auch Reinhard im Funk hörten "... wir fliegen hinter her ...!" Na, wenn das keine präzise Absprache war!
Nach dem Start verloren wir uns schnell aus den Augen, wir flogen verschieden schnell, verschiedene Routen und Höhen (Reinhard flog über den Wolken, wir unten durch), aber beim Funkruf zum Tannheimer Tower nach über einer Stunde Flugzeit dann wieder das selbe Spiel: kaum hatte ich meinen Funkspruch beantwortet bekommen, höre ich Reinhard im Funk "... wir kommen auch aus Freiburg ..." Aber jetzt war er zwei Minuten vor der Morane! Sollte die Cessna doch tatsächlich schneller ..... ????
Die Fete war klasse, über 300 Flugzeuge vom Oldtimer über Kunstflugzeuge bis zu modernen Kunststoff-Ultraleichte war alles da, samt der guten Laune bei top Wetter. Typisch war der Kommentar von Reinhard, wie er mich und Eva gemütlich im Schatten des Flügels im Gras liegen sah: "aha, verschärftes Herumlungern auf dem Flugplatz ist angesagt!"
Am tollsten waren die spontanen Flüge, die ohne Programm (es war ja kein Flugtag) einfach nach Lust und Laune (aber konzentriert und sicher) durchgeführt wurden: mal ein Pulk aus fünf UL-Doppeldeckern, mal ein motorisierter Drachen, dann wieder zwei schwere Jak-Motoren, die den Platz beben ließen, oder auch mal die Flugplatz-Cheffin, die mit der großen T6 aus den 40er-Jahren ein tolles Bild (samt sattem Sternmotor Sound) abgab.
Nur Uli fehlte. Immer wieder schauten wir an den Himmel. Aber er kam nicht.
So ging es nach 19Uhr dann Richtung Halle, in der die große Fete laufen sollte. Aber noch war es nicht so weit, zu schön hörten sich die Maschinen an, die da noch einmal kurz vor der Dunkelheit aufstiegen.
Jetzt war alles in der Luft, was noch flugtauglich war (Piloten, nicht Flugzeuge ...). Drei Yaks, eine Extra 300, die Diabolo von und mit Wolfgang Dallach - da waren eine Menge PS und ein paar top Piloten in der Luft!
Hei, und dann - fünf Minuten vor Ende des Flugbetriebs! - mit hängender Fläche im tiefen Anflug über die Piste:

www.Uli.de

"Acrosports"! Uli!!! Mensch Uli, Du hast es doch noch geschafft!
Damit war die Stimmung zum Feiern perfekt, und das taten wir dann auch.
Die Rückflüge am Sonntag waren dann sehr stark gestaffelt, je nach dem, welcher Pilot sich wann wieder einsatzklar melden konnte ...
Der Flug zurück wäre alleine schon den Ausflug wert gewesen: fast wolkenloser Himmel, die Alpen zum greifen nah, die Schwäbische Alb zur einen und den Bodensee zur anderen Seite. Nach Meldung in Zürich und der freundlichen Beratung durch eine gut gelaunte Schweizerin mit charmantem Schwitzer-Dütsch am Radarschirm ging es wie auf Schinen zurück Richtung Westen. Navigation? Naja - schon kurze Zeit nach dem Start konnten wir den höchsten Punkt des Schwarzwaldes anpeilen und dann den Kompass vergessen. Wer braucht Sateliten, wenn man Kandel und Feldberg aus über 100km Entfernung sehen kann?

Auch 2002 waren wir "vollzählig" in Tannheim eingefallen.

Bilder vom Fliegertreffen und Informationen: Flugplatz Tannheim Beim Hinflug flogen wir wieder bestens begleitet von der freundlichen Dame der Flugaufsicht in Zürich mit der sympatischen Stimme. Nach unserer Meldung gibt sie uns einen Transponder-Code (um uns auf dem Radarschirm eindeutig erkennen zu können). Kurz darauf fordert sie uns auf, die Höhenkennung zu aktivieren. Na so was, warum sind die so penibel, fragen wir uns. Als sie uns dann aber kurz vor dem Überfliegen des Flugplatzes Saulgau anrief und durchfunkte: "Delta Whisky Juliet, in Ihrer 12-Uhr-Position durchsteigt eine Maschine Ihren Flugweg!" mußten wir zwangsläufig an den schlimmen Unfall (nahe der Stelle, an der wir gerade flogen) denken, bei dem vor kurzem am Bodensee ein Frachtflugzeug mit einer russischen Passagiermaschine zusammengestoßen war.
Wir wichen sofort in einem großen Bogen nach Süden aus, konnten die andere Maschine trotz genauem Suchens aber nicht sehen. Wie beruhigend ist es da zu wissen, daß jemand aufmerksam seinen verantwortungsvollen Job macht und einen vor solchen Situationen warnt. Man hat Fehler bei den Lotsen in Zürich mit für den Unfall mit der russischen Maschine verantwortlich gemacht. Uns haben sie viel Sicherheit gebracht, alleine hätten wir von der andere Maschine nichts gewußt.
Als wir uns Tannheim nähern, fällt der rege Funkverkehr auf.
Denn nicht nur wir kamen geschlossen: die Zahl der Maschinen auf dem Flugfeld war doppelt so groß wie im Vorjahr. Da ging es im Funk zu wie beim Anflug auf Frankfurt/Main - fast: Die Towercrew war auf Zack, aber nicht formell. Und da alle aufmerksam den Funk der anderen abhörten, konnten so die Meldungen auf ein Minnimum begrenzt werden: "Delta Whisky Juliet kommt nach der Corsair, fünf Maschinen in der Platzrunde in Sicht ...!"
Etwas spannend war der Ausflug wegen des Wetters: für den Rückflug am Sonntag war eine Gewitterfront mit Sichtverlust, starkem Wind und Böen angesagt. Aber erst am Nachmittag sollte das Unwetter den Süden erreichen, und immerhin liegt unsere Route ja im äußersten Süden.
Als es dann am Morgen doch schon recht windig wurde, packten wir unsere Zelte (Kamerad Kurt und ich schliefen "getrennt", da Kurts Holzfällarbeit im Schlaf leicht gesundheitsschädliche Lautstärke erreichen kann ...) ungemütlich früh, und schon um 11Uhr waren wir in der Luft.
Trotzdem: zu spät! Kurz hinter Mengen, etwa auf dem halben Weg, wurde die Sicht immer schlechter, vor uns bauten sich dunkle Wolken auf, die sehr tief lagen und mächtig "schaurig" waren.
Als uns die Böen immer heftiger schütteln und ein Schauer die Sicht noch mehr verschlechtert, sage ich meinem Co: Kurt, ich drehe um, das ist nicht mehr lustig hier! Ich funkte der Dame in Zürich durch, daß ich die Flughöhe verlasse um Mengen zu erreichen. Sie gab mir Ihr Ok und die Frequenz von Mengen und wünschte uns viel Erfolg (sie wußte, was für Wetter wir hatten).
Also dann los, rum mit der Kiste und runter was das Zeug hält, weg von den Wolken. Gut, daß wir zu zweit waren, so kann einer fliegen und der andere den Weg suchen. Für das holprige Wetter war die Landung ganz gut, wir rollten zum Abstellplatz, blieben dann aber erst mal sitzen - die schwarze Wolkenwand hatte den Flugplatz kurz nach uns erreicht und es wackelte so am Flugzeug und prasselte von oben auf die Haube, daß wir uns nicht raus trauten. Zeit für einen kleinen Funkruf nach Zürich - vielleicht freut sich die Lotsin ja zu hören, daß wir gut unten sind!
Als es heller wurde, telefonierten wir mit dem Wetterdienst und dem Flugplatz in Freiburg. Gute Sicht über dem Schwarzwald, da kommen wir wohl durch. Aber Freiburg meldet grenzwertigen Wind, stark und verwirbelt, und wie üblich bei schlechtem Wetter: genau von der Seite. Ok, wir fligen da hin, schauen nach dem Wind und machen einen Probe-Anflug, beschließe ich. Wenn sich der Vogel nicht sauber anfliegen läßt starten wir durch und landen in Bremgarten, 15 Flugminuten südlich.
Es wurde eine echte Schlechtwetterlandung, etwa so "sanft", wie ein Jet auf einem Flugzeugträger aufsetzt. Aber immerhin - wir waren da und es zeigte sich wieder mal, daß es doch ganz gut ist, wenn man auch mal bei schwierigem Wetter fliegt. Dann so kann man auch knifflige Fälle sicher meistern und muß nicht zu hause zu bleiben - oder wie hier, in der Ferne.

Wir kommen wieder, Tannheim!




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