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Fliegende Terroristen


Kommentar von Bernhard Schnekenburger
- persönliche Meinung -


Was man nicht alles tut für mehr Wählerstimmen:
Nach einem neuen Gesetz müssen sich alle Privatpiloten einer "Sicherheitsüberprüfung" unterziehen.

Das bedeutet, die Regierung wittert unter den Piloten ein besonderes Potential an Terroristen und sucht in allen Datenbanken von Polizei und Geheimdiensten nach "verdächtigem" Verhalten.
Nun ja, immerhin kann so ein UL-Flugzeug 20kg Bombenlast tragen, in einer Cessna sind es womöglich 100kg!!
Hm, in einen Golf passt das Vielfache, von mehreren Tonnen in einem LKW mal ganz zu schweigen. Auch so ein Sprengstoffgürtel, den ein Attentäter in den Bundestag tragen könnte, hat es in sich.

Nur: die alle müssen sich solchen Verdächtigungen nicht aussetzen! Kein Besucher des Bundestages muß vorher eine Sicherheitsüberprüfung beantragen. Und wie ist das mit U-Bahn-Passagieren?
Man stelle sich die Groteske vor: Piloten (private und berufliche) müssen sowieso schon zur Erlangung der Lizenz ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Und unter den Piloten sind Bürger in hohen Ämtern, auch Staatsdiener wie zum Beispiel Polizeibeamte und Bundeswehr-Offiziere. Bestimmt fliegen auch ein paar Politiker und Geheimdienst-Mitarbeiter.
Und jetzt plötzlich steht Ihre Pilotenlizenz in Frage, wenn sie nicht eine Überprüfung beantragen.

Nur mal so nebenbei gefragt: wie oft ist es schon vorgekommen, daß ein Privatpilot mit offizieller Lizenz mit seinem Flugzeug ein Attentat verübte?
Wir haben wieder mal das beliebte Spiel des Staates: die Bürger, die einer Tätigkeit gesetzestreu nachgehen, müssen Beschränkungen und Kosten neuer Gesetze in Kauf nehmen, die eigentlich denen gelten, die sich sowieso nicht an Gesetze halten.

liebe Bundesregierung: Sie spekulieren darauf, daß Sie doch trotz schlechter Leistungen, die jeden Manager in jedem Betrieb die sofortige Kündigung einbringen würden (von Schadenersatzforderungen geprellter Kunden und Geschäftspartner ganz zu schweigen!), im Herbst bei einer Neuwahl gute Chancen haben. Weil Sie darauf hoffen, daß die Wähler sich von schlauen Werbesprüchen leiten lassen, da sich die Leistungsangebote der Parteien ja eh kaum unterscheiden.

Nein! Wenn sich die Programme im Großen nicht deutlich unterscheiden, und schon gar nicht für den normalen Bürger auf ihren Sinn hin überprüfbar sind, dann werden wir Euch bei der Wahl eben an den kleinen Dingen messen.
Und egal was Ihr sonst so drauf haben mögt: Wer so unsinnig in der Sache und so offensichtlich in der Absicht, Wählerstimmen zu "kaufen" zu Lasten einer vermeintlich unbedeutenden Gruppe handelt, macht sich eigentlich unwählbar.
Denn so weit können wir auch als einfache Bürger rechnen: wer im Kleinen so schlampig und auf "Schaueffekte" zielend arbeitet, dem traut man auch im Großen nicht.

(dieser Kommentar entstand zur Zeit der Rot-Grünen Regierung)




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