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Belasten Sportflugzeuge die Umwelt besonders?



Kommentar von Bernhard Schnekenburger
- persönliche Meinung -


Umwelt und Sportfliegen:

Wir Flieger sind um unsere Umwelt genauso besorgt und bemüht, wie jeder andere auch.

Mit großem Kostenaufwand werden Flugzeuge mit hochwirksamen Schalldämpfern und leisen Propellern ausgerüstet. Um Störungen durch Geräusche zu minimieren werden die Anflug- und Abflugrouten bis an die Grenzen des sicher Möglichen so gelegt, daß sie über unbewohntem Gebiet verlaufen oder aber entlang von Straßen (denn wo Autos fahren, hört man ein kleines Flugzeug ohnehin nicht).

Tatsache ist natürlich:
Flugzeuge werden wie die meisten Fahrzeuge von Verbrennungsmotoren angetrieben. Die verursachen Abgase und Geräusche.
Aber wir sollten die Relationen nicht aus den Augen verlieren und uns auf wirklich wichtige Dinge konzentrieren. Denn die private Fliegerei tut in ihrem Bereich sehr viel für die Schonung der Umwelt, ist für die Gesamtbelastung gleichzeitig aber nur ein unbedeutender Teil:
Es gibt in Deutschland keine 7000 Flugzeuge in der Sportflieger-Kategorie, Tendenz rückläufig. Viele davon werden nur unter der Woche als Werksflugzeuge eingesetzt. Im Jahr 2000 wurden keine 20 (!) neuen einmotorigen kleinen Flugzeuge verkauft. Das sind lächerliche Zahlen im Vergleich zu den Millionen Autos.
Im Durchschnitt fliegt ein deutscher Pilot (gewerbliche Flüge nicht mitgerechnet) 13 Stunden im Jahr.
Dabei verbrauchen die auf Langlebigkeit und Sicherheit ausgelegten lärmgeschützten Flugzeugmotoren der neuen Generation nur unwesentlich mehr Benzin pro KM, als ein Mittelklasseautomotor. Die modernen Ultraleichtflugzeuge unterbieten diese Motoren im Verbrauch sogar. Die privat geflogenen Stunden sind in ihren Auswirkungen im Vergleich zum privaten Autoverkehr nicht meßbar.

Tatsächlich liegt der Anteil der privaten Fliegerei am gesamten Benzinverbrauch bei 0,03%.

Dabei dürfen die gerade auch von Ultraleichtflugzeugen - aber auch von klassischen Sportflugzeugen im gedrosselten Landeanflug - erzeugten Geräusche nicht lauter sein, als das Innengeräusch moderner Autos. Ultraleichtflugzeuge dürfen sogar nur halb so laut sein und liegen damit unter dem Geräuschpegel eines normalen Gesprächs.

etwas zur Steuer auf Flugbenzin:
Das Flugbenzin für die üblichen (Kolben-) Flugmotoren in Sportflugzeugen und kleineren Reiseflugzeugen entspricht (bis auf kleine Änderungen) Autobenzin und liegt auch ähnlich bei den Herstellungskosten - allerdings ist der Steueraufschlag auf Flugbenzin mindestens 50 Cent höher als auf Autobenzin - entsprechend teurer ist Avgas (Flugbenzin): zur Zeit (November 2006) über Euro 2.-, bei Preisen für Auto-Super von Euro 1,20.
Das in den Medien immer wieder angesprochene, unversteuerte "Kerosin" ist dagegen ein ganz simpler Brennstoff ähnlich Petroleum wie man ihn auch in Camping-Kochern benutzt - sogar leichtes Heizöl brennt besser. Steuerfrei darf Kerosin ausschließlich für turbinengetriebene Flugzeuge und Hubschrauber in kommerziellem Einsatz benutzt werden - also zum Beispiel in den großen Linien- und Charterflugzeugen.

Das einzige Fluggerät in Freiburg, das dieses steuerbefreite Kerosin tanken darf, ist der Rettungshubschrauber.

Politiker "verwechseln" oft steuerfreies "Kerosin" mit "Flugbenzin" (englisch "Aviaton Gasoline" = "Avgas") - und behaupten dann, es "müsse endlich Steuer auf Flugbenzin aufgeschlagen werden".
Hätten sie ihre Hausaufgaben gemacht, wüßten sie, daß das schon seit mehreren Jahrzehnten so ist und daß Flugbenzin (Avgas) vier mal mehr an der Tankstelle kostet als Kerosin ...

Spezielle Umwelt-Auflagen für Flieger in Freiburg: trotz des geringen Anteils an der Umweltbelastung gelten für Freiburg folgende besonderen Auflagen:
Abends nach 19:30 (oder, wenn die Sonne früher untergeht, bis max. eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang) darf nicht mehr geflogen werden (normale Zeiten auf anderen Flugplätzen: bis eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang)
Trainingsrunden dürfen nur an Arbeitstagen und da nur zwischen 8:00 und 12:00 und zwischen 14 Uhr und 18:00 durchgeführt werden.

Wenn technisch irgendwie möglich, wird nach Westen (von der Stadt weg) gestartet. Die Landeanflüge (obligatorisch über den Autobahnzubringer Mitte und die Bahnlinie) erfolgen mit niedriger Drehzahl des Motors, in niedrigeren Höhen mit Standgas oder nur minimal darüber.


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